Live Events in Zeiten von Corona und danach

Ist das Ende einer Ära gekommen?

In ihrem Blogazine „As long as it’s black“ berichtete Journalistin und Herausgeberin Anja Delastik kürzlich über ihre Erlebnisse bei einem Metal-Konzert, das unter Pandemie-Auflagen im August in München stattgefunden hat. Darin stellte sie zugleich die Frage, ob wir uns dauerhaft von liebgewonnenen Lebensgewohnheiten verabschieden müssen. Mit anderen Worten: Werden Live-Events wie Festivals, Konzerte, Partys und andere Orte des (mehr oder weniger) ausgelassenen Beisammenseins jemals wieder so stattfinden wie vor Ausbruch der Pandemie?

Denn eines ist klar: Zwar ist es schön, dass Stand heute Veranstaltungen nicht nur online, sondern – mit strengen Hygiene-Auflagen – wieder in der realen Welt stattfinden können, aber so ganz wie vorher ist es eben doch nicht. Und je nach Art des Events „fremdeln“ wir auch ein bisschen ob der ungewohnten Situation. Bei einem klassischen Kammerkonzert oder einem Kinobesuch ist das „Abstandhalten“ noch am ehesten vorstellbar: Es sind einfach weniger Zuschauer da. Bei einem Metal- oder Rockkonzert gepflegt am Tisch (!) zu sitzen, wie es Delastik in ihrem Artikel beschreibt, bricht dagegen komplett mit dem vorherigen Konzerterlebnis. Denn hier geht es noch viel mehr um Interaktion zwischen Musikern und Publikum, auf engstem Raum und mit viel Körperkontakt zum Nachbarn links und zur Nachbarin rechts. Auch für andere Musikstile wie etwa Salsa oder Tango, meistens verbunden mit entsprechenden Tanzpartys, gilt: Tanzen auf Abstand? Schwierig.

Ist also wirklich das Ende einer Ära gekommen? Wir wissen es nicht. Mit aktuell steigenden Infektionszahlen ist eine Rückkehr zum Prä-Corona-Alltag noch lange nicht abzusehen. Neben dem Warten auf einen wirksamen Impfstoff bleibt uns daher nur die Hoffnung, dass weiter an technischen Innovationen getüftelt wird, die zumindest die Belastung mit Aerosolen in Innenräumen noch mehr absenken. Doch auch sie werden so schnell kein Ende der Abstandsregeln herbeiführen können.

Hier geht es zum Artikel von Anja Delastik.

(Bild: Olaf Jouaux, Pixabay)